Das 13. Djelem Djelem Festival startet
Vom 2. bis 27. September macht das Djelem Djelem Festival in Dortmund wieder die kulturelle Vielfalt der Rom:nja- und Sint:ezze-Communitys sichtbar. Auch ein Manifesta 16+-Projekt ist in diesem Jahr Teil des Programms.

Das Djelem Djelem Festival in Dortmund ist das größte Festival der Rom:nja und Sint:ezze in Deutschland, die wiederum die größte Minderheit Europas bilden. Allein in Dortmund leben Schätzungen zufolge 5.000. Und auch der Verein Romano Than e. V., der das Festival gemeinsam mit Partnern organisiert, hat hier seinen Sitz. Jahr für Jahr bietet das Festival nicht nur einen spannenden Mix aus Musik, Theater, Film, Kunst, Fortbildung und Begegnung für alle Kulturinteressierten. Es leistet auch einen wichtigen Beitrag für mehr Akzeptanz und Offenheit.
Besonderer Meilenstein
„Das Djelem Djelem Festival ist weit mehr als ein Kulturfestival“, erklärt Amdrita Jakupi, die sich als Geschäftsführerin des Vereins sowie als Künstlerin für die Community engagiert.

„Es schafft seit Jahren einen Raum, in dem Rom:nja- und Sint:ezze-Kultur sichtbar, selbstbestimmt und selbstverständlich ihren Platz in der Gesellschaft einnimmt. Dass wir in diesem Jahr bereits das 13. Festival feiern und Romano Than zugleich auf zehn Jahre Selbstorganisation zurückblickt, ist für uns ein besonderer Meilenstein. Wir zeigen damit: Unsere Community ist nicht nur Teil dieser Stadt – wir gestalten sie aktiv mit. Oder anders gesagt: Wir sind vielleicht eine kleine Mehrheit, aber wir sind eine starke und vielfältige Stimme.“
Abwechslungsreiches Programm
In diesem Jahr laden zum Beispiel Amen Juvlja Mundial und das Museum für Kunst und Kulturgeschichte unter dem vielsagenden Namen „Gesprächsstoff“ zur kreativen Nähstunde und Raum für Austausch ein. Eine Dance-Performance verbindet die Tanztraditionen, Bewegungsformen und kulturellen Ausdrucksweisen der Tamilischen Community mit denen der Rom:nja, ein Roma-Ball-Konzert bietet Live-Musik und Tanz, in einem Workshop spüren Teilnehmende die Rom:nja-Hintergründe von Comic-Figuren wie Dr. Doom, Magneto oder Scarlet Witch auf, und bei einer Graffiti-Malaktion lernen Kinder und Jugendliche die Welt der urbanen Kunst kennen. Auch Filmvorführungen, Screenings und Lesungen sind Teil des Programms.

Manifesta 16+-Projekt
Nicht zuletzt bildet das Manifesta 16+-Projekt „Reclaiming the Space of Worship – An Artistic Manifesto“[SM1] in Dortmund-Marten einen Programmpunkt des Djelem Djelem Festivals. In der Kirche Heilige Familie zeigt die Ausstellung bereits seit dem 28. August und noch bis zur Finissage am 26. September Arbeiten von vier Künstler:innen aus den Rom:nja- und Sint:ezze-Communities. Malerei, Installation, Video und Sound treffen auf Live-Performance, Poesie und Workshops. Manche der Arbeiten setzen das Kontemplative des Ortes in den Fokus – so etwa die Installation von Amdrita Jakupi, die mit Naturgeräuschen und bequemen Sitzgelegenheiten arbeitet. Eine Arbeit von Cat Jugravu hingegen beschäftigt sich historisch-informativ mit der Geschichte der Sklaverei und Zwangsarbeit der Rom:nja und Sint:ezze.

Tradierte Bilder aufbrechen
„Mit ‚Reclaiming the Space of Worship – An Artistic Manifesto‘ gehen wir gemeinsam mit Manifesta 16+ und dem Museum Ostwall einen wichtigen Schritt: Wir bringen die Perspektiven von Rom:nja- und Sint:ezze-Künstler:innen in einen Raum, der historisch von bestimmten gesellschaftlichen Vorstellungen geprägt ist, und eignen ihn künstlerisch neu an“, betont Amdrita Jakupi. „Kunst wird dabei zu einem Ort der Erinnerung, der Begegnung und der Heilung. Wir wollen tradierte Bilder aufbrechen und zeigen, dass unsere Geschichten, unsere Identitäten und unsere Kunst nicht auf Stereotype reduziert werden können. Wir sind Teil der Community – aber vor allem sind wir Menschen.“ Die Ausstellung ist inklusiv, intersektional und intergenerational und soll auch für Menschen, die von keiner Form der Diskriminierung betroffen sind, eine Bereicherung sein. Ein Grundsatz, der nicht nur für die Ausstellung, sondern für das gesamte Djelem Djelem Festival mit seiner ganzen Vielfalt gilt.
Das Programm des Djelem Djelem Festivals ist auf Instagram abrufbar: @DjelemDjelemFestival