Time To Breathe: Interkultur Ruhr startet Fellowship-Programm
Das Jahr beginnt für Interkultur Ruhr mit einer Premiere: Das Projekt zur Förderung der kulturellen Vielfalt sucht erstmals Fellows, die Hilfe beim Aufbau einer Basis für ihre freiberufliche Arbeit benötigen. Unterstützung gibt es in Form von finanzieller Förderung, Coaching, Mentoring oder auch Hospitanz. Die Bewerbungen laufen.

Insgesamt neun Fellowships schreibt Interkultur Ruhr im Rahmen des “Time To Breathe”-Programms aus. Kunst- und Kulturschaffende, die sich als Schwarz, of Color, migrantisch positionieren oder eigene Fluchterfahrung haben, werden explizit zur Bewerbung ermutigt. Bewerbungsschluss ist am 3. Februar.
Finanzielle und strukturelle Unterstützung
Zeit zum Atmen, zum Entfalten und zum Entwickeln soll das Fellowship bieten. Das funktioniert nicht nur über eine finanzielle Unterstützung von je 1.500 Euro pro Monat, sondern auch über Praxis: Die zehn Monate sollen dazu genutzt werden, eine neue Arbeit zu entwickeln, zur Recherche oder zur Weiterentwicklung der eigenen künstlerischen Praxis. Möglich ist außerdem Unterstützung durch ein Mentorenprogramm, ein systemisches Coaching oder auch eine Hospitanz in Kunst- und Kulturinstitutionen absolvieren. Die Organisation übernimmt Interkultur Ruhr.

Zudem werden die Fellows in die Vorbereitungen des ersten IKR Festivals eingebunden, das Interkultur Ruhr für Oktober dieses Jahres plant. Durch die gemeinschaftliche Kuration bauen sie Kontakte und hoffentlich auch langfristige Bündnisse in der Region auf.
Interkulturelles Festival
Das Festival ist eines der neuen Formate, die Megha Kono-Patel, erst seit Mitte letzten Jahres Projektleiterin bei Interkultur Ruhr, umsetzt. Künftig soll es jährlich stattfinden und dabei in seiner inhaltlichen Konzeption dynamisch bleiben. Die Fellows sind Co-KuratorInnen und entwickeln das Programm inhaltlich mit, sodass sich das Festival in seinem thematischen Schwerpunkt und Perspektiven jährlich unterscheidet. Inhaltlich ist geplant, sich mit größeren, gesellschaftsrelevanten Fragen zu beschäftigen, auf die im Programm verschiedene künstlerische, diskursive, ästhetische Antworten gegeben werden. Dabei wandert das Format durch das Ruhrgebiet, rückt also jedes Jahr eine andere Stadt in den Fokus.

Interkultur-Leiterin Megha Kono-Patel freut sich auf ein spannendes Jahr für das Projekt: “Wir sind gespannt, mit welchen Konzepten sich beworben wird und auch, was die Fellows davon mitnehmen werden. Ein Highlight wäre, wenn die Fellows über die zehn Monate hinaus auch nach dem Fellowship Zusammenarbeiten planen. Zudem ist das Festival im November ein großes Highlight. Erstmalig werden wir Fördernehmende mit ihren Projekten, das Netzwerk und die Fellows gemeinsam in die Festivalentwicklung und Durchführung einbinden, um gemeinsam eine höhere Sichtbarkeit für die vielfältige (post-)migrantische Kunst- und Kulturszene im Ruhrgebiet zu schaffen.“
Weitere Informationen zum Fellowship
Informationen zur aktuellen Bewerbung um das Interkultur Fellowship “Time To Breathe” sind hier zu finden. Bewerben können sich Kunst- und Kulturschaffende aller künstlerischen Sparten, vor allem sozial engagierte Kunst, sowie spartenübergreifend Arbeitende. Sie müssen im Hauptberuf als freischaffender Künstler oder freischaffende Künstlerin tätig sein und dauerhaft im Ruhrgebiet leben. Das Fellowship-Programm ist Teil der Kulturstrategie Ruhr und wird vom NRW-Kulturministerium finanziert.