Die Neue für die Ruhrtriennale: Lydia Steier

Jung, weiblich, erfolgreich − mit Lydia Steier übernimmt eine neue Intendantin das Ruder der Ruhrtriennale. Die gebürtige Amerikanerin wird das größte Kulturfestival NRWs in den Spielzeiten 2027 bis 2029 leiten. Sie tritt die Nachfolge des belgischen Theaterregisseurs Ivo van Hove an.

Zum 1. November 2026, gleich nach dem Finale der dritten Ruhrtriennale-Spielzeit unter der Ägide von Ivo van Hove, wird Steier ihr Amt antreten. Die bislang jüngste Intendantin der Ruhrtriennale habe ein sehr gutes Gespür dafür, die Hochkultur mit Show und Spektakel zu einem berauschenden Erlebnis zu machen, lobt NRW-Kulturministerin Ina Brandes. Sie passe hervorragend zum Ruhrgebiet und werde sicher den Geschmack des Ruhrtriennale-Publikums treffen, findet die Ministerin. 

Trägerin des Oper!-Award

Steier hat in den vergangenen Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Sie hat unter anderem an der Oper Frankfurt, an der Opéra national de Paris, an der Oper Köln, dem Theater an der Wien, bei den Salzburger Festspielen sowie an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin inszeniert. Weitere Engagements führten sie nach Genf, New York und Tokio. Von 2020 bis 2023 war sie Operndirektorin am Theater Luzern. Dabei haben ihre ganz eigene Sichtweise auf die Oper und ihre Art der Inszenierung durchaus auch mal polarisiert. Zahlreiche Nominierungen und Preise belegen das Renommee der ausgebildeten Opernsängerin. Ihre Inszenierung von Karlheinz Stockhausens “Donnerstag aus Licht” am Theater Basel wurde 2016 von Kritikern in der Zeitschrift Opernwelt zur Aufführung des Jahres gekürt. Im vergangenen Jahr wurde sie im Voting derselben Zeitschrift “Regisseurin des Jahres” und erhielt darüber hinaus den renommierten Oper!-Award als Beste Regisseurin. Die 47-Jährige steht für bildstarke Operninszenierungen mit anspruchsvollen Inhalten in ungewöhnlichen Formaten. Zudem gilt sie als Fürsprecherin Neuer Musik – alles Attribute, mit denen sie die Ruhrtriennale in den Spielzeiten 2027 bis 2029 prägen wird.

Und: Sie hat mächtig Lust auf das Fest der Künste im Ruhrgebiet: “Dieses Festival ist ein Liebesbrief an die Kunst und hat sich in einem Vierteljahrhundert als Deutschlands bedeutendstes internationales Kunstfestival etabliert: 25 Jahre voller künstlerischer Wagnisse, mutiger Stimmen und radikaler Schönheit”, erklärt Julia Steier zu ihrer Verpflichtung. “Es ist mir eine große Ehre und ein aufregendes Privileg, die Ruhrtriennale im Jahr ihres 25. Jubiläums leiten zu dürfen. Gemeinsam mit meinem Team möchte ich diese eindrucksvolle Geschichte fort-schreiben – mit einem Programm, das die Begegnung ins Zentrum stellt. Wir wollen Gemeinschaft wagen, Räume öffnen, Teilhabe ermöglichen und die Verbindung zwischen dem Festival und den urbanen, vielfältigen Lebensrealitäten des Ruhrgebiets vertiefen.”

Aktuell steht die zweite Spielzeit der Ruhrtriennale unter der Intendanz von Ivo van Hove in den Startlöchern. Vom 21. August bis 21. September 2025 sind 35 Produktionen und Projekte, an elf verschiedenen Orten in den Ruhrgebietsstädten Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck zu erleben. Bespielt wird vor allem die Industriearchitektur der Region, mit Produktionen an der Schnittstelle von Schauspiel, Tanz, Performance, Musik und Bildender Kunst.

Zur Person:

Lydia Steier wurde 1978 in Hartford im amerikanischen Bundesstaat Connecticut geboren. Sie studierte zunächst Gesang am Oberlin Conservatory of Music und Regie an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. 2002 zog sie nach Berlin und begann bald darauf zu inszenieren. Der Durchbruch gelang ihr 2009 mit Busonis “Turandot” am Deutschen Nationaltheater Weimar.

Lydia Steier wurde zweimal für den renommierten Deutschen Theaterpreis “Der Faust” nominiert und u. a. 2024 als “Regisseurin des Jahres” und als “Beste Regisseurin” im Rahmen des Oper!-Award ausgezeichnet. Mit einer Neuinszenierung von Richard Wagners “Tannhäuser” feierte sie vor Kurzem ihr Regie-Debüt an der Wiener Staatsoper.

Mehr zur Vorstellung der neuen Intendantin der Ruhrtriennale steht hier.