Roter Teppich für deutsche Filme in Lünen

Zurück im Rampenlicht: Lünen ist wieder Kinostadt. Mit der 35. Ausgabe vom 1. bis zum 7. Juni lässt das Kinofest Lünen die unruhigen Zeiten endgültig hinter sich.

Nach dem Rückzug des Veranstalters stand das traditionsreiche Festival 2024 zunächst vor einer ungewissen Zukunft. Die Stadt übernahm schließlich die Veranstalterrolle, überzeugte weitere Geldgeber und stemmte das Kinofest in Eigenregie. Mit dem Neustart wurden neue Impulse gesetzt. So ist das Filmfest vom November in den Sommer gezogen. Das ermöglicht auch Open-Air-Veranstaltungen.

2026, zur 35. Ausgabe, wird Lünen nun also vom 1. bis 7. Juni wieder zum Treffpunkt für deutsches Kino, Festivalgäste, Filmschaffende und Publikum – mit prominenten Namen, jeder Menge aktueller Produktionen und besonderen Präsentationen. Festivalleiterin Sonja Hofmann:„Wir freuen uns auf zahlreiche prominente Gäste und tolle cineastische Höhepunkte zur 35. Ausgabe des Kinofest Lünen rund um den Wettbewerb „Lüdia“ und die Schwerpunkte zur deutschsprachigen Komödie und zum Fokus Österreich.“

Besonders prominent wird direkt zum Auftakt gefeiert: Hape Kerkeling erhält in diesem Jahr den Ehrenpreis NIKE für sein Lebenswerk. Zur Eröffnung läuft passend dazu „Horst Schlämmer sucht das Glück“, außerdem zeigt das Festival mit „Ich bin dann mal weg“ und „Der Junge muss an die frische Luft“ zwei Verfilmungen seiner autobiografischen Bücher. Die Preisverleihung findet am 1. Juni im Heinz-Hilpert-Theater statt.

Neben der Nike steht die „Lüdia“, der mit 15.000 Euro dotierte Hauptpreis des Festivals, im Spotlight. Hier konkurrieren lange Spiel- und Dokumentarfilme, die bis zum Beginn des Kinofestes noch keinen Kinostart hatten, um die Gunst des Publikums. Mit dabei sind mehrere aktuelle Berlinale-Produktionen und preisgekrönte Filme. Kai Stänicke kommt mit seinem Spielfilmdebüt „Der Heimatlose“ nach Lünen − der Film feierte Weltpremiere im Nachwuchswettbewerb der diesjährigen Berlinale. Regisseur Kilian Armando Friedrich stellt seinen ebenfalls auf der Berlinale uraufgeführten Film „Ich verstehe Ihren Unmut“ vor. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann zeigt das Kinofest Lünen den diesjährigen Eröffnungsfilm des DOK.fest München „Ingeborg Bachmann − Jemand, der einmal ich war“ mit Sandra Hüller.

Fokus Österreich

Einen Schwerpunkt legt das Festival diesmal auf das Filmland Österreich. Gezeigt werden österreichische Produktionen und Koproduktionen wie der Berlinale-Erfolg „Rose“, für den Sandra Hüller mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde, die Bestsellerverfilmung „Vier minus drei“ oder Pia Hierzeggers Komödie „Altweibersommer“.

Auch die Mischung aus Festivalatmosphäre und Ruhrgebiets-Nähe bleibt erhalten. Nach der erfolgreichen Sommerausgabe 2025 kehrt erneut das Open-Air-Kino am Café Seepark zurück. Dort läuft unter anderem die Vorpremiere des neuen „Tatort Dortmund: Heilung“ mit Jörg Hartmann, Alessija Lause und Stefan Konarske. Außerdem gibt es mit „Bang Boom Bang“ wieder echtes Ruhrpott-Kultkino unter freiem Himmel.

Filme aus der Region

Dazu passt auch, dass Nachwuchsfilme und regionale Kooperationen weiter ausgebaut werden. Studierende verschiedener Filmhochschulen präsentieren ihre Arbeiten. Und im Rahmen der Kooperation „Filmregion Hellweg“, die das Kinofest Lünen gemeinsam mit dem Nachwuchsfestival „Christian-Tasche-Filmpreis“ und dem Kurzfilmfestival „Connect“ aus Unna im letzten Jahr gegründet hat, zeigt das Kinofest außerdem am 6. Juni die Komödie „30 and Wild“ von Felix Maxim Eller aus Unna (hier der KIR-Beitrag dazu).

Die Programmübersicht des diesjährigen Kinofests Lünen gibt es hier.