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Phoenix-West

Hochofenstraße44263 Dortmund-Hörde

Zur Historie

Erst 1849 war es auf der Friedrich-Wilhelms-Hütte in Mülheim erstmals gelungen, einen Hochofen mit Koks zu betreiben, der aus Ruhrkohle erzeugt wurde. In kürzester Zeit wurden die bis dahin gebräuchlichen Holzkohlen- hochöfen, die Unmengen von Holz für ihren Betrieb benötigten, durch die neuen Kokshochöfen ersetzt. Die Anlage bestand zunächst aus vier Hochöfen. 1854 fand hier der erste Hochofenabstich im Dortmunder Raum statt. Entscheidend für die Standortwahl war, dass die umliegenden Zechen neben der Kohle auch den Rohstoff Kohleneisenstein förderten, der für eine Verhüttung geeignet war. Die Hoffnung, auf Jahrzehnte hinaus die Hörder Hochöfen mit den hier gefundenen Eisensteinen zu betreiben, erfüllte sich zwar nicht, aber der damalige Standortvorteil gab den entscheidenden Anstoß für die Entwicklung der Dortmunder Stahlindustrie.

Die ersten Hörder Hochöfen erzeugten 1855/6 23.000 Tonnen Roheisen, was einer Tagesleistung von 17,9 Tonnen pro Ofen entsprach. Obwohl kurze Zeit später auf sechs Öfen erweitert, konnte schon bald der gestiegene Roheisenbedarf nicht mehr gedeckt werden. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Hochöfen daher immer wieder umgebaut, modernisiert oder durch leistungsfähigere Neubauten ersetzt. Zuletzt standen hier drei Hochöfen, von denen der Letzte bis 1998 im Schnitt täglich rd. 4.200 Tonnen Roheisen erzeugte, das im benachbarten Stahlwerk nahe der Hörder Burg zu Stahl umgewandelt wurde.

Phoenix West nach der Stilllegung

Nach der Stillegung der zuletzt zur ThyssenKrupp Stahl AG gehörenden Hochofenanlage wurde ein Hochofen mit Nebenaggregaten demontiert und nach China verschifft. Das 110 Hektar große Werksgelände wurde im Mai 2001 von der LEG / Grundstücksfonds des Landes Nordrhein-Westfalen erworben. Die Flächen werden als Technologie- und Dienstleistungsstandort PHOENIX West für Zukunftstechnologien und für kultur- und freizeitwirtschaftliche Nutzungen entwickelt. Unter der Federführung der NRW.URBAN GmbH & Co. KG wird das innovative Nutzungskonzept Schritt für Schritt umgesetzt.

Mittlerweile wurden viele Anlagen und Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Dominiert wird der Standort durch die beiden Hochöfen 5 und 6 sowie den Gasometer für Gichtgas aus den 1950er und 1960er Jahren. Während Hochofen 5 saniert und im Rahmen eines Erlebnis- pfades begehbar gemacht wurde, ist der Hochofen 6 komplett entkernt worden. Ebenfalls erhalten sind unter anderem die Gießhalle, die Gasgebläsehalle I (später Reserveteillager) von 1905, die Gasgebläsehalle II von 1923  und das Schalthaus 101 von 1898.

Tagungen, Veranstaltungen, Kunstraum

Seit der Schließung des Werks wird zunehmend versucht, diese einst "verbotene Stadt" der Bevölkerung näher zu bringen. Veranstaltungen wie der Tag des offenen Denkmals, das Theaterfestival Ruhr, das DEW-Open-Air-Kino oder die ExtraSchicht vor der illuminierten Hochofenkulisse haben bis heute bereits Tausende von Besuchern angezogen und begeistert. Die Phoenix-Halle (früher Gasgebläsehalle I) hat sich als Informationszentrum, Veranstaltungsort, Tagungsstätte und Kunstraum etabliert.
 

Nächste Termine

keine

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