Große Stimmen, starke Themen: Die lit.RUHR 2025

Vom Scheitern im Schrebergarten über eine literarische Revue zur Vielfalt im Ruhrgebiet bis hin zum engagierten Diskurs über Krisen, Konflikte und Kompromisse: Die diesjährige lit.RUHR lässt das geschriebene Wort wieder von der Leine. Vom 7. bis 12. Oktober 2025 bringt das Festival knapp 70 Veranstaltungen ins Ruhrgebiet.

Die lit.RUHR spiele Champions League, findet RAG-Stiftungsvorständin Bärbel Bergerhoff-Wodopia. Und dem Status der kleinen Schwester der lit.COLOGNE sei das Literaturfest im Ruhrgebiet auch längst entwachsen, ist sich Ruhrmuseum-Chef Theodor Grütter sicher. Beide Institutionen unterstützen das Literaturfest seit Jahren, die RAG-Stiftung sogar als größter Hauptförderer. Fest steht: Die lit.RUHR kann sich sehen lassen! Die neunte Ausgabe vom 7. bis zum 12. Oktober 2025 bringt fast 70 Veranstaltungen rund um Literatur auf die Bühnen in Essen, Bochum, Gelsenkirchen und Oberhausen. Dazu kommen eine ganze Reihe prominenter Köpfe und Stimmen, ein umfangreiches Programm für Kinder und Jugendliche, aktuelle Diskussionsrunden und kurzweilige Formate. Festivalzentrum ist einmal mehr das Welterbe Zollverein in Essen.

Von Fußball, Schrebergärten und Vielfalt

Zum Anpfiff zielt das Programm gleich auf eines der Herzensthemen der Region – den Fußball. Der ehemalige Nationalspieler und Fußball-Weltmeister Christoph Kramer kommt zum Festivalauftakt am Dienstag, 7. Oktober, 20 Uhr, in die Lichtburg Essen. Mit seinem Romandebüt “Das Leben fing im Sommer an” landete er auf Anhieb einen Bestseller – und erzählt mit viel Gespür für die kleinen Dinge, die einfach alles bedeuten, vom Fußballsommer 2006, vom Erwachsenwerden und von der ersten Liebe. 

Und noch so ein “Ruhrgebietsding”: der Schrebergarten. Wie man als Kleingärtner grandios und urkomisch scheitern kann, weiß Autor Stefan Schwarz, seit zwanzig Jahren einer der erfolglosesten Kleingärtner Leipzigs. Bei der lit.RUHR steht ihm Kabarettist und Ruhrgebiets-Insider Kai Magnus Sting zur Seite (9. Oktober, 19 Uhr, Sparkasse Essen).

Spezifische Ruhrgebietsthemen greift auch mit die literarische Revue "Als die Bergarbeiterfrau mit der türkischen Nachbarin ein Baklava aß" am Freitagabend auf dem Welterbe Zollverein auf. Pegah Ferydoni, Dietmar Bär und Autor Tomas Böhm erkunden Geschichten, Gedichte und Erzählungen aus dem und über das Ruhrgebiet. Und der neue Metropolenschreiber Ruhr, Jens Balzer, stellt sich am Sonntagmorgen auf Zollverein im Gespräch mit Schriftsteller und Philosoph Wolfram Eilenberger vor.

Neue Reihe: Reviergeschichten

Neu ist eine von der Brost-Stiftung initiierte Reihe mit Schauspieler Dietmar Bär, die am 8. Oktober in der Kaue Gelsenkirchen Premiere feiert. "Reviergeschichten - Fragen eines lesenden Schauspielers" bringt Bär als interessierten Leser mit Autorinnen und Autoren zusammen. An diesem ersten Abend trifft er auf Lisa Roy. Die Reihe wird auch außerhalb des Festivals fortgesetzt.

Prominente Stimmen

Aber auch das gehört zur lit.RUHR: Volker Kutscher stellt den Epilog seiner Rath-Romane, international erfolgreich verfilmt als „Babylon Berlin“, auf Zollverein vor (8. Oktober, 19 Uhr). Mit “Westen”“, das im Jahr 1973 spielt, schließt er das Kapitel. Ebenfalls dabei: Günter Wallraff. Im Gespräch mit dem Journalisten Jens Dirksen stellt er sich vier Jahrzehnte nach seiner Reportage “Ganz unten” die Frage, was sich seitdem verändert hat.

Weitere prominente Mitwirkende in diesem Jahr sind u. a. Christian Berkel, Katja Riemann, Julia Engelmann, Ricarda Lang und Steffen Mau, Caroline Wahl, Rufus Beck und Marc-Uwe Kling. 

Informationen, Programm und Tickets gibt es hier.