Stereo Total: Matthäus-Passion mit Chorwerk Ruhr

Chorwerk Ruhr bringt Johann Sebastians Bachs Matthäus-Passion im Salzlager auf Zollverein zur Aufführung. Mit echtem Stereo-Effekt und etwa 200 Sängerinnen und Sängern ein echtes Mega-Projekt.

Die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach dürfte den meisten Klassik-Fans bekannt sein. Doch so, wie Chorwerk Ruhr den Bericht vom Leiden und Sterben Jesu am 28. März zur Aufführung bringt, hat das Stück wohl noch keiner gehört. 

Die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach dürfte den meisten Klassik-Fans bekannt sein. Doch so, wie Chorwerk Ruhr den Bericht vom Leiden und Sterben Jesu am 28. März zur Aufführung bringt, hat das Stück wohl noch keiner gehört. 

Da ist zunächst der räumliche Aspekt: „Eine Besonderheit der Matthäus-Passion ist, dass es zwei Chöre und zwei Orchester gibt“, erklärt Florian Helgath, Chefdirigent und musikalischer Gesamtleiter. „Im Salzlager der Kokerei Zollverein positionieren wir die beiden Ensembles nun weit auseinander, ähnlich wie es Bach in der Thomaskirche, wo es damals eine zweite Empore gab, selbst schon gemacht hat.“ Das Ergebnis: Die Musik kommt aus zwei Richtungen. Das Publikum hört das Stück stereo. Mal singen die Chöre sich wechselseitig an, mal finden die Stimmen zusammen.

Mitsing-Chor in bester Tradition

Zusätzlich gibt es als weitere Besonderheit einen Mitsing-Chor. Die Idee für diesen dritten, zwischen den beiden Hauptchören positionierten Chor entwickelte Florian Helgath in Anlehnung an eine Tradition des Frühbarocks: „Bei Kirchenkantaten gab es damals für das Publikum oft die Möglichkeit, am Ende im Choral mit einzustimmen – als gemeinsame Reflexion des Gehörten. Diese Tradition gab es zu Lebzeiten Bachs nur noch selten und seine Kompositionen waren zu schwer, als dass man das Publikum einfach hätte mitsingen lassen können. Trotzdem wollte ich den Gedanken für die Matthäus-Passion gern aufgreifen.“

Ein spontanes Mitsingen wird es zwar nicht geben und würde dem Stück auch nicht gerecht. Florian Helgath lud aber im Vorfeld der Aufführung Hobbysängerinnen und -sänger aus Essen und Umgebung ein, sich für den Mitsing-Chor zu melden. In einer Probe wurden die ausgewählten fünf Choräle geübt, an denen dieser Chor beteiligt ist und die sich wie ein roter Faden durch die Passion ziehen.

Knabenchor als Sahnehäubchen

Doch drei Chöre sind noch nicht genug. „Als Sahnehäubchen stimmen zusätzlich noch die Essener Domsingknaben mit ein“, berichtet Helgath. „Bach selbst hatte bereits an zwei Stellen der Passion eine zusätzliche Knabenchor-Stimme eingeplant – das habe ich auf mehr Stellen ausgeweitet, und bei uns werden die Domsingknaben auch noch einzelne Choräle mitsingen.“ Und so gibt es Momente im Stück, da werden alle vier Chöre – etwa 200 Sängerinnen und Sänger – gleichzeitig die Stimme erheben

Besonderer Ort

„Ich freue mich unglaublich darauf, das zu dirigieren“, sagt Florian Helgath begeistert. „Noch dazu in diesen Räumlichkeiten. Als Chorwerk Ruhr haben wir im Salzlager schon viele Konzerte zur Aufführung gebracht und uns in Bezug auf die Matthäus-Passion ganz bewusst dafür entschieden. Ein besonderer Ort mit einzigartiger, fast sakraler Atmosphäre.“ Sowohl für die Mitwirkenden als auch das Publikum wird die Aufführung so ganz sicher zum unvergesslichen Erlebnis. Das Konzert ist ausverkauft.