Die Ruhrtriennale feiert David Bowie

Das Leben feiern, Begegnungen schaffen, neugierig sein – all das wünscht sich Ivo van Hove von seinem Publikum. Der Intendant der Ruhrtriennale will in seiner dritten und letzten Spielzeit wieder ein Fest(ival) feiern, das alle mitnimmt.

In den beiden letzten Jahren hat das hervorragend geklappt: Rund 77.000 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen, rechnet NRW-Kulturministerin Ina Brandes bei der Programmvorstellung der diesjährigen Ausgabe der Ruhrtriennale (20. August bis 20. September) vor. Damit liegt die Messlatte für die diesjährige Ausgabe unter dem Titel „Longing for tomorrow“ hoch. 45.000 Tickets sind im Verkauf, das Programm mit 114 Veranstaltungen prall gefüllt − darunter 14 Eigen- und Koproduktionen sowie Auftragswerke, fünf Uraufführungen, eine Europäische Erstaufführung und neun Deutsche Erstaufführungen. Gespielt wird in bester Ruhrtriennale-Tradition an und in industriekulturellen Bauten in Bochum, Duisburg, Essen, Dortmund und Gladbeck.

600 Künstlerinnen und Künstler aus 43 Ländern sind dabei. Und wie immer auch prominente Namen. So wie die von van Hove als „Godmother der Performance“ verehrte Marina Abramović. Die Künstlerin kommt mit ihrer multidisziplinären Performance „Balkan Erotic Epic“ in die Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg-Nord. In ihrem bisher monumentalsten Werk bewegt sich das Publikum frei durch 13 Szenen, in denen Abramović die Erotik und Spiritualität der Balkan-Mythologie erforscht. Das vierstündige Werk zwischen Performance, Tanz und traditionellem Kehlgesang ist eine Auftragsarbeit der Ruhrtriennale gemeinsam mit weiteren internationalen Partnern.

Der Vorverkauf dieser Produktion war bereits im Dezember gestartet, das Kartenkontingent konnte aber nochmal erweitert werden. Marina Abramović wird zudem im Rahmen der Diskurs-Reihe der Ruhrtriennale am 5. September in der Gebläsehalle der Bochumer Jahrhunderthalle mit Intendant Ivo van Hove über ihr künstlerisches Schaffen sprechen. 

Rebel Rebel

Mit Schauspieler, Produzent und Musiker Daniel Donskoy hat Ivo van Hove einen weiteren prominenten Künstler ins Ruhrgebiet geholt. Der Wahl-Londoner übernimmt die Rolle des Gangleaders in der Musiktheater-Produktion „Rebel Rebel“, mit der van Hove dem Schaffen David Bowies ein Denkmal setzt. Das Stück, benannt nach einem der berühmtesten Bowie-Songs, versteht sich als Kommentar auf die Gegenwart: In einer dystopischen Welt terrorisieren gewalttätige Jugendgangs die Städte. Zwischenmenschliche Beziehungen sind verboten. Entfremdung und Isolation werden gesetzlich verordnet. Ein junges Paar leistet Widerstand und erschafft sich seine eigene Utopie. 

2016 hatte David Bowie Ivo van Hove mit der Inszenierung seines Musicals „Lazarus“ betraut, nun würdigt dieser ihn mit seinem eigenen Werk. Denn: „David Bowie war einer der größten und visionärsten Künstler unserer Zeit“, so van Hove. Mit der Uraufführung von „Rebel Rebel“ am 20. August in der Jahrhunderthalle Bochum startet die Ruhrtriennale 2026.

No Prisoner Be

Und noch ein bekannter Name taucht im Programm auf: Opernstar Joyce DiDonato widmet der amerikanischen Poetin Emily Dickinson einen besonderen Liederabend in der Jahrhunderthalle Bochum. In „Emily - No Prisoner Be” wird sie vom Grammy-prämierten Streicher-Trio “Time for Three“ begleitet.

Ein Fest für alle soll sie werden, die Ruhrtriennale. Und eingeladen sind alle, diesmal sogar die Allerkleinsten: In der Reihe "Little Ears, Tiny Feet" wird es in diesem Jahr erstmals auch eine Produktion für die Allerkleinsten geben: "Univers" macht das gigantische Weltall mit Klängen und Formen für Kleinkinder von null bis zwei Jahren sinnlich erfahrbar. Jugendliche können sich beim „Teens Talk“ einbringen und hinter die Kulissen schauen. Zudem gibt es eine Reihe kostenfreier Angebote.

Und es gibt das „Wunderland“: Das Festivalzentrum an der Jahrhunderthalle Bochum bildet das Herz des Festivals. Hier trifft man sich, hört oder sieht zu, diskutiert oder feiert bei Formaten wie den Ruhr Diamonds Konzerten, Spoken Acts oder Partys des Cute Community Radios. 

Die Ruhrtriennale

Die Ruhrtriennale – das Festival der Künste – bespielt die Industriearchitektur des Ruhrgebiets jährlich mit einem internationalen Programm. Gesellschafter sind das NRW-Kulturministerium und der Regionalverband Ruhr (RVR). 

Das gesamte Programm der Ruhrtriennale steht hier.