Fünf Autorinnen, fünf Chancen auf den Literaturpreis Ruhr 2025
Fünf Bücher, fünf Autorinnen, fünfmal Ruhrgebiet: Die Shortlist für den diesjährigen Literaturpreis Ruhr steht fest. Es geht um den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis

Familiengeschichten, interkulturelle Biografien und immer wieder: das Ruhrgebiet. Die diesjährige Shortlist des Literaturpreises Ruhr zeigt einmal mehr das literarische Potenzial der Region, die Fülle an Themen und die schriftstellerischen Talente des Ruhrgebiets. Fünf herausragende Titel, die vom Ruhrgebiet handeln oder hier entstanden sind, hat die Jury für den diesjährigen Wettbewerb um den Hauptpreis nominiert. Darunter sind ebenso Autorinnen, die sich bereits einen Namen gemacht haben, wie auch Talente, deren Romandebüts gerade erschienen sind. Und: Erstmals stehen ausschließlich Autorinnen in der Auswahl für die hochdotierte Literatur-Auszeichnung.
Das ist die Auswahl der Jury:
Mit “Geliebte Mutter – Canım Annem” wirft Çiğdem Akyol einen ungeschönten Blick auf eine Familie zwischen Istanbul und Herne – und auf das, was bleibt, wenn Träume an patriarchalen Mauern zerschellen. Es ist das Romandebüt der Journalistin und Buchautorin.
Leise, aber eindringlich erzählt Annika Büsing in “Wir kommen zurecht” vom Erwachsenwerden im Schatten einer psychisch erkrankten Mutter, vom Einstehen für sich selbst und davon, wie die Familie von der Krankheit beinahe erdrückt wird. Die Bochumer Autorin und Lehrerin Annika Büsing hatte 2022 mit ihrem Erstlingswerk den Literaturpreises Ruhr gewonnen.
Auch Ines Habich-Milović begibt sich mit “Dein Vater hat die Taschen voller Kirschen” auf Spurensuche – eine Familiengeschichte, die zwischen Montenegro und dem Ruhrgebiet Funken schlägt. Mit ihrem ersten Roman unternimmt die Theatermacherin und Autorin einen interkulturellen Parforceritt durch die Jahrzehnte. Habich-Milović ist in Gelsenkirchen geboren und lebt heute in Recklinghausen.
Judith Kuckart wiederum verbindet in “Die Welt zwischen den Nachrichten” ihr vielseitiges künstlerisches Schaffen als Schriftstellerin, Choreografin und Regisseurin zu einem literarischen Tanz durch sechs Jahrzehnte Zeitgeschichte. Das autofiktionale Buch erzählt ein „normales“ Leben entlang des großen Weltgeschehens seit den 1960er Jahren. Judith Kuckart war 2020 die erste Stadtbeschreiberin in Dortmund.
Mascha Unterlehberg bringt in ihrem Erstling “Wenn wir lächeln” das Lebensgefühl einer Generation auf den Punkt, die zwischen Euphorie und Absturz balanciert. In knappen Sätzen beschreibt die gebürtige Mülheimerin mitreißend das Erwachsenwerden zwischen Wut, Schwesternschaft und Sehnsucht.
Die Jury
55 Bücher standen auf der Leseliste der Jury mit Cathrin Brackmann (WDR 4), Frank Goosen (Autor und Kabarettist), Prof. Dr. Peter Goßens (Ruhr-Universität Bochum), Buchhändler Patrick Musial sowie Christa Becker-Lettow vom RVR-Ausschuss für Kultur, Sport und Vielfalt. Wer den Hauptpreis gewinnt, entscheidet sich am 10. September 2025 bei der Preisverleihungsgala im Lehmbruck Museum Duisburg.
Der Literaturpreis Ruhr
Der Literaturpreis Ruhr ist die wichtigste ideelle wie materielle Auszeichnung für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die im Ruhrgebiet leben, sowie für Autorinnen und Autoren von außerhalb, die über die Region schreiben. Er wird seit 1986 jährlich vom Regionalverband Ruhr vergeben und vom Literaturbüro Ruhr organisatorisch und konzeptionell betreut. Verliehen wird er in den Kategorien Hauptpreis (15.000 Euro), Förderpreis (5.000 Euro) und Ehrenpreis.
Weitere Informationen unter literaturbuero-ruhr.de/literaturpreis-ruhr/ und www.literaturpreis.rvr.ruhr