Ivo van Hove startet seine letzte Ruhrtriennale-Spielzeit
Die Ruhrtriennale trägt die Sehnsucht nach morgen wieder ins Ruhrgebiet: Vom 20. August bis zum 20. September füllt das Festival der Künste das Leitmotiv der Intendanz Ivo van Hoves in mehr als 100 Veranstaltungen in fünf Ruhrgebietsstädten mit Leben. Erste Produktionen sind bereits ausverkauft.

Maximale Aufmerksamkeit zieht gleich die Eröffnungspremiere auf sich: Mit der Musiktheater-Produktion „Rebel Rebel“ setzt Ruhrtriennale-Intendant van Hove dem Schaffen David Bowies ein Denkmal. Den Intendanten und die Musik-Ikone verbindet eine gemeinsame Geschichte: 2016 hatte David Bowie Ivo van Hove mit der Inszenierung seines Musicals „Lazarus“ betraut. Mit der Ruhrtriennale-Produktion gibt der Regisseur und Theatermacher der Musik Bowies nun einmal mehr eine Bühne. Für die Hauptrolle konnte er den Schauspieler, Produzenten und Musiker Daniel Donskoy verpflichten. Die Brost Stiftung fördert die Ruhrtriennale-Produktion.

Das Stück, benannt nach einem der berühmtesten Bowie-Songs, versteht sich als Kommentar auf die Gegenwart: In einer dystopischen Welt terrorisieren gewalttätige Jugendgangs die Städte. Zwischenmenschliche Beziehungen sind verboten. Entfremdung und Isolation werden gesetzlich verordnet. Ein junges Paar leistet Widerstand und erschafft sich seine eigene Utopie. Die Premiere war schnell so gut wie ausverkauft, auch für die weiteren Aufführungen blieben zum Start nur Restkarten im Verkauf.
Bereits 46.000 Tickets verkauft
Überhaupt läuft der Vorverkauf gut: Eine Woche vor Beginn des Festivals sind nach Angaben der Ruhrtriennale mehr als zwei Drittel der rund 46.000 Karten vergeben. Neben „Rebel Rebel“ sind auch die Inszenierungen „SIDDHARTHA“ und „Deutscher Herbst“ sowie die Tanzproduktion „BREL“ sehr gefragt. Die Produktionen „Balkan Erotic Epic“ und „In Conversation“ mit Marina Abramović sind bereits komplett ausverkauft.

In der dritten Ausgabe der Ruhrtriennale unter der Intendanz von Ivo Van Hove gibt es insgesamt 30 Produktionen und Projekte mit 119 Veranstaltungen in Bochum, Duisburg, Essen, Dortmund und Gladbeck. Ivo Van Hove schwärmt: „Auch die Ruhrtriennale 2026 steckt wieder voller künstlerischer Energie und unaufhaltsamer Kreativität, unter anderem Dank großartiger Künstler:innen wie der legendären Performancekünstlerin Marina Abramović, der weltbekannten Sopranistin Joyce DiDonato und musikalisch-choreografischer Highlights unter anderem von Serge Aimé Coulibaly. Und ich freue mich natürlich, dem Ruhrtriennale-Publikum mein Herzensprojekt ‚Rebel Rebel‘ zu präsentieren, mit der Musik von David Bowie, die mich bereits mein Leben lang begleitet. Es wird ein großes Fest!“

Vier Wochen lang bespielt das Fest der Künste nun also besondere Orte im Ruhrgebiet – unter anderem mit weiteren Highlights wie der Musiktheaterproduktion „Emily – No Prisoner Be“ mit Joyce DiDonato, der Ausstellung „Unheimliche Verschiebungen“ von Urbane Künste Ruhr rund um den Hauptbahnhof in Dortmund oder der Performance „Back to Kidal“ von Choreograf Serge Aimé Coulibaly. Einen besonderen Schlusspunkt setzt Frieda Lange, die im vergangenen Jahr bei der Ruhrtriennale mit dem Mortier Next Generation Award ausgezeichnet wurde, mit der Produktion „Stahlgipfel“, die im Grillo Theater in Essen zu sehen sein wird. (KIR hatte das Programm bereits vorgestellt.)
Die diesjährige Ruhrtriennale ist die letzte unter der Intendanz von Ivo van Hove. Im nächsten Jahr übernimmt Regisseurin Lydia Steier turnusgemäß für drei Jahre die künstlerische Leitung des größten Kulturfestivals in Nordrhein-Westfalen.
Die Ruhrtriennale
Die Ruhrtriennale – das Festival der Künste – bespielt die Industriearchitektur des Ruhrgebiets jährlich mit einem internationalen Programm. Gesellschafter sind das NRW-Kulturministerium und der Regionalverband Ruhr (RVR).