Kulturkonferenz Ruhr 2026: Wie Kunst und Kultur Nachbarschaften stärken

Essen (idr). Rund 400 Teilnehmende, zwei kluge Denkanstöße in Form von Keynotes, eine engagierte Gesprächsrunde und fünf Foren, in denen theoretische Fragestellungen in die Praxis überführt wurden - so füllte die Kulturkonferenz Ruhr im ChorForum Essen heute (11. September 2026) das Thema "Community Building – Kultur als Katalysator urbaner Nachbarschaft" mit Leben. Die gemeinsame Konferenz des Regionalverbandes Ruhr (RVR) und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW) hat sich in den vergangenen 13 Jahren zu einer Art "Familientreffen der Kultur" entwickelt, wie NRW-Kulturministerin Ina Brandes es ausdrückte.

 

Im Mittelpunkt der diesjährigen Kulturkonferenz Ruhr standen Nachbarschaften als Orte des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Denn in der sich wandelnden Gesellschaft erlebten wir neue Formen der Einsamkeit, Polarisierung und Spaltung, die von den technischen Möglichkeiten etwa von Social-Media-Plattformen eher befeuert werden, erklärt NRW-Ministerin Brandes: "Ich bin der festen Überzeugung, dass Kunst und Kultur für den Zusammenhalt der Menschen eine entscheidende Rolle spielen. Deshalb sind wir umso dringender auf die verbindende Kraft von Kunst und Kultur als Ausdruck und Ressource unserer Freiheit, unseres Zusammenlebens und unserer Demokratie angewiesen.“

 

Verbindende Orte, Nachbarschaften und Gemeinschaften gewinnen so noch mehr an Bedeutung. Das Ruhrgebiet biete hervorragende Möglichkeiten, meint RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin: "Das Ruhrgebiet ist eine Region der vielen Zentren, Stadtteile und lokalen Identitäten. Gerade diese dezentrale Struktur ist seine Stärke. Wenn Kultur dort stattfindet, wo Menschen leben, entstehen Begegnungen, Beziehungen und neue Formen des Miteinanders. Die Kulturkonferenz zeigt, wie Kultur zur sozialen Infrastruktur unserer Städte beitragen kann."

 

Mit diesem Ansatz schlug die Kulturkonferenz Ruhr auch eine Brücke zur Manifesta 16 Ruhr. Die europäische Wander-Biennale lotet aktuell die Chancen und Möglichkeiten aus, leerstehende Kirchen als offene Nachbarschaftsräume zu aktivieren. Die Kulturkonferenz Ruhr diskutierte, wie aus dieser zeitlich begrenzten kulturellen Intervention langfristige Perspektiven entstehen können.

 

Den Auftakt der Konferenz bildete der Impuls "Verbinden statt Spalten: Sozialer Zusammenhalt in Zeiten der Polarisierung" der Journalistin, Autorin und Ärztin Gilda Sahebi. Sie beschäftigt sich mit der Frage, warum Polarisierung eine Gefahr für die Demokratie darstellt, welche verbindenden Narrative dem gesellschaftlichen Auseinanderdriften entgegengesetzt werden können und welche Rolle Kulturräume dabei spielen. Anschließend sprach Prof. Dr. Barbara Welzel, Professorin für Kunstgeschichte und Kulturelle Bildung an der TU Dortmund, über das Potenzial von Kirchenbauten als "Resonanzräume einer demokratischen Gesellschaft". Eine Paneldiskussion widmete sich anschließend der Legacy der Manifesta 16 Ruhr für urbane Nachbarschaften. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur, Politik, Kirche, Stadtentwicklung und Zivilgesellschaft wurde diskutiert, welche nachhaltigen Betriebs- und Steuerungsmodelle für kulturelle Nachbarschaftsräume denkbar sind.

 

Die Kulturkonferenz machte auch deutlich, dass Kultur auch Teil einer integrierten Stadt- und Regionalentwicklung sein muss. Kulturelle Orte brauchen langfristige Perspektiven. Dafür braucht es neue Kooperationen zwischen Kultur, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, sozialen Trägern und Zivilgesellschaft.

 

Die Kulturkonferenz Ruhr ist Teil der Nachhaltigkeitsvereinbarung zur Kulturhauptstadt RUHR.2010. Die Veranstaltung hat das Ziel, die seit 2010 entstandenen Netzwerke, regionalen Partnerschaften und Kooperationen zu fördern und weiterzuentwickeln.

 

Informationen sind unter http.//www.kulturkonferenz.rvr.ruhr zu finden.

 

Hinweis für die Redaktionen: Die ausführliche Presseinformation sowie Bildmaterial der 14. Kulturkonferenz Ruhr stehen unter presse.rvr.ruhr zum Download bereit.

Pressekontakt: RVR, Pressestelle, Barbara Klask, Telefon: 0201/2069-201, E-Mail: klask@rvr.ruhr