Krieg und Konfitüre: George Grosz x Daniel Richter
Di. 19/01/27
10:00 Uhr
- 17:00 Uhr
Hamm
Gustav-Lübcke-Museum
Neue Bahnhofstraße 9
59065 Hamm
Fon 02381 17-5714
Krieg und Konfitüre: George Grosz x Daniel Richter
Zwischen Schlachtfeld und Frühstückstisch, zwischen Abgrund und Alltag: Die Ausstellung „Krieg und Konfitüre: George Grosz x Daniel Richter“ führt zwei der bedeutendsten deutschen Künstler in einen ebenso überraschenden wie eindringlichen Dialog.
Der titelgebende Gegensatz steht programmatisch für das Spannungsfeld, das das Werk beider Künstler durchzieht: Das Nebeneinander von Gewalt und Gewöhnlichkeit, von politischer Krise und privater Existenz. Auf rund 800 m² begegnen sich die schonungslosen Gesellschaftsanalysen von George Grosz (1893-1959) und die bildgewaltigen, vieldeutigen Malereien Daniel Richters (*1962). Es eröffnet sich ein generationsübergreifender Blick auf die Frage, wie Kunst auf Zeiten der Verunsicherung reagiert
Erstmals werden über 180 Werke beider Künstler systematisch miteinander in Beziehung gesetzt. Grosz, bekannt als Chronist der Weimarer Republik, seziert mit präziser, oft gnadenlos ehrlicher Zeichnung die sozialen und politischen Verwerfungen seiner Zeit. Der vom Punk beeinflusste Richter hingegen übersetzt seit den 1990er-Jahren gesellschaftliche Konflikte in expressive, farbintensive Bildwelten, die weniger anklagen als vielmehr die Ambivalenzen der Gegenwart sichtbar machen.
Daniel Richter benennt den Einfluss von George Grosz, dessen Zeichnungen er in den 1970ern im Schulbuch begegnete. Weitere Impulse erhält Richter durch die Bilderflut der medialen Berichterstattung. Von den Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte in den 1990er-Jahren bis hin zu den rechtswidrigen Übergriffen der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) finden gesellschaftspolitische Ereignisse Eingang in sein Schaffen.
Mit monumentalen Gemälden wie Billard um halbzehn (2001),kleinformatigen Arbeiten und bislang selten gezeigten politischen Collagen gibt die Ausstellung einen umfassenden Einblick in das Schaffen Daniel Richters. Zu den Highlights zählen eigens entwickelte Arbeiten, die direkt auf das Werk von George Grosz Bezug nehmen.
Von George Grosz zeigt die Ausstellung seine Collagen sowie Ölgemälde, Aquarelle, Tuschezeichnungen und Mappenwerke. Die Besucher:innen erhalten Einblicke in all seine prägenden Schaffensphasen – vom Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik und den aufkommenden Faschismus bis hin zu seiner Zeit nach der Emigration in die USA.
Mit über 180 Arbeiten ist die Sonderausstellung ein Panorama, das inhaltlich dicht und ästhetisch überwältigend die Freude an der Kunst zelebriert und dabei niemals die gesellschaftlichen Konflikte und menschlichen Abgründe aus dem Blick verliert.
Veranstalterdaten:Museum Hamm
Kuratiert von Annette Vogel und Ronja Friedrichs in Zusammenarbeit mit Daniel Richter. Begleitender Audioguide kostenlos verfügbar. Ausstellungskatalog im Verlag Walther König, Köln. Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, den Stadtwerken Hamm GmbH und der Sparkasse Hamm.
Vom 05.09.2026 bis zum 21.02.2027
von 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
von 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
von 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
von 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
von 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
von 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Sonderausstellung; Audioguide verfügbar
