RUPPRECHT GEIGER - FARBE - LICHT - ENERGIE
Mit dieser umfangreichen Werkschau Rupprecht Geigers widmet sich das Emil Schumacher Museum einem der bedeutendsten Vertreter der Farbfeldmalerei in Europa und schafft eine so noch nie gezeigte indirekte Begegnung der beiden befreundeten Künst ler Geiger und Schumacher. Zwei Maler, zwei Wege der nichtgegenständlichen Kunst nach 1945, die beinahe wie gegensätzliche Pole erscheinen: auf der einen Seite das expressive Gestische, auf der anderen die Klarheit der reinen Farbe. Innovativ und seiner Zeit voraus, prägt Geiger die Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Abkehr von gegenständlicher Formgebung ist logische Folge und Selbstverständnis zugleich. Farbe steht im Zentrum seines Schaffens und ist Zeit seines Lebens alleiniges Thema seiner Malerei. Mit der radikalen Reduktion des Farbträgers auf einfache geometrische Formen meistert er so die Wirkung von reiner Farbe wie niemand zuvor und arbeitet als einer der ersten Künstler mit chemisch hergestellten Tagesleuchtpigmenten. Die unermüdliche Auseinandersetzung mit Form und Farbe, insbesondere der Farbe Rot, verschafft dem Münchner Maler Rupprecht Geiger (1908–2009) seit den 1950ern internationale Anerkennung und höchste Auszeichnungen, wie z. B. die Verleihung des SalomonGuggenheimPreises, New York (1959) und des Rubenspreises der Stadt Siegen (1992) sowie Teilnahmen an sämtlichen bedeutenden Kunstbiennalen von Kassel bis São Paulo.