Isolde Frepoli und Ralf Raßloff
Do. 23/04/26
10:00 Uhr
- 19:00 Uhr
Essen
Galerie Frank Schlag & Cie.
Teichstraße 9
45127 Essen
Fon +49 (0) 201 / 180 777 2
Isolde Frepoli und Ralf Raßloff
Die Galerie Frank Schlag & Cie. zeigt in den Räumen der Teichstraße 9, 45127 Essen, Werke von Isolde Frepoli und Ralf Raßloff, die innerhalb der letzten 25 Jahre entstanden sind.
Der Ursprung des Menschen ist der biblischen Schöpfungserzählung zufolge bekanntlich Erde, Lehm, hebräisch: adamah – wobei festzuhalten ist, die adamah ist grammatisches Femininum.
Die Bildhauerin, Keramikerin Isolde Frepoli widmet sich vorzugsweise der Darstellung der menschlichen Gestalt im Portrait, allerdings ohne die Identität der Dargestellten offenzulegen oder Biographisches darin zu berichten.
Vergessen wir nicht: Wir Betrachtende sind für die Dargestellten genauso Unbekannte. Schließlich wird die wechselseitige Anonymität selber das Unverwechselbare in der Auseinandersetzung mit diesen Werken aus Terrakotta. Die Anonymität selbst scheint – wenn wir uns en face zu den festgehaltenen Gesichtszügen aufhalten – die Gesprächsleitung zwischen dem Abbild und unseren betrachtenden Augen zu übernehmen.
Jedes dieser Portraits, italienisch ritratto, buchstäblich Rück-Zug, Verzicht, regt dazu an, noch einmal einen kleinen Schritt zurück zu treten und dann womöglich die Stelle eingenommen zu haben, in dem die Namenlosigkeit sich wie infolge einer Metamorphose ungeahnterweise verwandelt in einen Eindruck, einen Kontakt.
Photographie: Von allen Umwegen (lies: künstlerischen Darstellungsformen) der direkteste, und unter allen kurzen Wegen der komplizierteste. Die Luftlinie der Photographie, so könnte man sagen, täuscht.
Das Werk von Ralf Raßloff hat Maß und Mittelpunkt in einem Unerreichbaren, nicht zu Fassenden, nämlich im Menschen, also demjenigen sozialen Wesen, welches nicht zur Natur zurück kann, dafür im Gegenzug vermag, genau davon zu träumen, zu schwärmen, zu fabulieren, davon betroffen zu sein und zu trotzen. Er ist nicht imstande, nicht darzustellen (Octavio Paz), auch sich selbst nicht.
Sollte in diesem Sinne "Authentizität" eine pulverlose Worthülse sein, durch den inflationären Gebrauch bis ins Informationszeitalter eingedrungen, müssen dennoch Rückschlüsse auf ihren ursprünglichen Inhalt möglich sein, muss es Schmauchspuren geben.
Die Untersuchung der Umstände und der Orte – vorrangig der menschlichen Gestalt, hier in Textilien gehüllt, dort unbekleidet – an denen Identität durchbricht, irgendwo in dem Restraum zwischen ihrer Überprüfung und ihrer Kodifizierung, zwischen den Beanspruchungen durch Norm und Ideal und Fremd- und Selbstkontrolle und deren Verlust, nimmt ihren Lauf.
In Anlehnung an einen Klassiker, in dem es heißt "Caramelle, non ne voglio più", wird man behaupten dürfen, dass einer Kunst, die sich ernsthaft und hingebungsvoll dem Gegenüber widmet, kaum Zeit zum Süßigkeitenverteilen bleibt. Sie wird von uns verlangen, dass auch wir uns vertiefen, durch den ersten Eindruck hindurch und offen für alles Folgende, Detail und Nuance, zurückweichend und nähertretend.
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Isolde Frepoli, 1961 in Savona (SV), Italien geboren und in Rom aufgewachsen, übersiedelte nach ihrem Abitur nach Deutschland. Sie studierte von 1983 bis 1989 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München, wo sie Meisterschülerin und später Assistentin von Prof. Erich Koch war. Seit 1990 ist sie als freischaffende Bildhauerin tätig. Unter zahlreichen Präsentationen Ihres Schaffens sei die Einzelausstellung "Begegnungen" (2017) im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst München hervorgehoben. Isolde Frepoli lebt und arbeitet in Schlangen (Lippe).
Ralf Raßloff, 1965 in Mülheim/Ruhr geboren und ebendort tätig, studierte – als bereits ausgebildeter Flach- und Hochdrucker – von 1992 und 2000 Kommunikationsdesign (Schwerpunkt Fotografie/Film) bei Prof. Herta Wolf und Prof. Bernhard Prinz an der Universität-Gesamthochschule Essen. Sein Schaffen wurde unter anderem prämiert mit dem Sonderpreis zum internationalen Lucas-Cranach-Preis (Kronach) und zuletzt mit dem Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft 2025 (Mülheim/Ruhr). Als Dozent für Fotografie ist er an diversen Bildungseinrichtungen im Ruhrgebiet tätig.
Vom 22.03.2026 bis zum 29.04.2026
von 10:00 Uhr - 19:00 Uhr
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