Gelb ist Geschichte – Fotografien von Alexander Lackmann
So. 13/09/26
10:00 Uhr
- 18:00 Uhr
Essen
UNESCO-Welterbe Zollverein - Schacht XII - Halle 14, Portal der Industriekultur [Rundeindicker]
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
Fon +49 (0) 20 1 / 246810
Gelb ist Geschichte – Fotografien von Alexander Lackmann
Mit der Fotoserie zum Thema „Drogensucht in Deutschland“ wird die Reihe „Pixelprojekt auf Zollverein“ fortgesetzt: Neben Betroffenen zeigt die Ausstellung auch Drogenkonsumräume und Räume der Substitutionsbehandlung.
Seit einigen Jahren sind Suchterkrankungen ein zentrales Thema der fotografischen Arbeit von Alexander Lackmann. Er beschäftigt sich insbesondere mit den sogenannten substanzgebundenen Abhängigkeiten, mit denen er in seinem direkten Umfeld in Berührung kam. Dass in Deutschland noch immer mehrere Tausend Menschen pro Jahr an ihrem Drogenkonsum sterben, verdeutlicht ihm auf schmerzhafte Weise, dass die Auseinandersetzung mit diesem Thema selbst nach Jahrzehnten intensiver Diskussionen und Präventionsarbeit relevant bleibt.
Seit Anfang 2024 befasst sich Alexander Lackmann auch mit Drogenkonsumräumen. Bisher konnte er acht solcher Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen besuchen und fotografisch festhalten. Menschen, die von einer Substanzgebrauchsstörung betroffen sind, erhalten dort neben einer medizinischen Grundversorgung und hygienischen Injektions- oder Rauchutensilien vor allem eine sichere Umgebung, in der sie ihrem riskanten und in der Öffentlichkeit stigmatisierten Konsum nachgehen können. Diese Stigmatisierung führt oft sogar dazu, dass die Betroffenen selbst Hilfsangebote wie diese Konsumräume meiden und sich nicht trauen, sie aufzusuchen.
Den Titel „Gelb ist Geschichte!“ fand Alexander Lackmann in einer Informationsbroschüre über die Leberentzündung Hepatitis C. Ihr Virus wird hauptsächlich beim Drogenkonsum durch das Teilen von unsauberen Spritzen und Besteck verbreitet und kann in der Folge zur Gelbfärbung von Haut und Augenweiß führen.
Die Auseinandersetzung des Fotografen mit diesem Sujet wirft auch Fragen zur Rolle der Fotografie auf, die nicht selten an der Entstehung oder sogar Verstärkung von Vorurteilen beteiligt ist. Dabei interessiert sich Lackmann besonders für die fotografischen Darstellungsmöglichkeiten von Sucht und fragt sich: Wie kann Sucht mit der nötigen Sensibilität und Empathie behandelt werden? Wie können problematische Darstellungen erkannt und vermieden werden? Und ist es überhaupt möglich, Sucht fotografisch „richtig“ abzubilden und zu repräsentieren?
Das Ziel des Künstlers ist es, die Komplexität von Abhängigkeit auf unterschiedlichen Ebenen sichtbar zu machen und zur Reflexion über gesellschaftliche Vorurteile anzuregen. Zurzeit umfasst seine Arbeit Fotografien von Raumansichten der Konsumräume, Fotoporträts von Klient:innen und Angestellten – ohne diese erkennbar zuzuordnen – sowie einer Bildschirmpräsentation von Found Footage (also in Medien gefundenes Bildmaterial) wie zum Beispiel Google-Streetview-Ansichten und Rezensionen.
Alexander Lackmann wurde 1994 in Gelsenkirchen geboren und studierte nach einer kaufmännischen Ausbildung von 2018 bis 2023 Fotografie (Bachelor of Arts) an der Essener Folkwang Universität der Künste. Hier befindet er sich aktuell im Masterstudiengang.
Eintrittspreise:
Eintritt 3 Euro
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Schüler:innen und Studierende unter 25 Jahrenist der Eintritt frei
Vom 30.03.2026 bis zum 25.10.2026
von 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
