Tag der Trinkhallen feiert die Budenkultur
Am Samstag, 29. August, wird im Ruhrgebiet wieder einen Tag lang „anne Bude“ gefeiert: Beim Tag der Trinkhallen werden Büdchen im gesamten Revier zur Bühne. In der Zeit von 15 Uhr bis 22 Uhr stehen Musik, Kleinkunst, Fußball und vieles mehr auf dem Programm.

Der Tag der Trinkhallen fällt 2026 auf den 29. August, den Samstag vor Ende der großen Ferien. In der Zeit von 15 bis 22 Uhr erwartet Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Programm an zahlreichen Büdchen des Ruhrgebiets – und das bei freiem Eintritt. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr 33 Programmbuden. Ob der Lieblings-Kiosk um die Ecke auch dabei ist, erfahren Interessierte auf der eigens eingerichteten Projektwebsite mit allen Städten, allen Buden und dem Überblick über das umfangreiche Angebot. Ergänzt wird das offizielle Programm durch viele weitere Mitmachbuden, die mit eigenen Aktionen, Ideen und Angeboten Teil des Tages werden. So entsteht ein dezentrales Kultur- und Nachbarschaftsfest, das die Trinkhallen als Orte der Begegnung und Alltagskultur sichtbar macht. „Der Tag der Trinkhallen zeigt das Ruhrgebiet von einer besonders authentischen Seite: nahbar, urban, vielfaltig und direkt im Alltag der Menschen“, wirbt Axel Biermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr Tourismus GmbH (RTG) für das Format, das 2026 bereits zum fünften Mal stattfindet.

Da ist Musik drin
Die 33 Programmbuden verteilen sich auf Bochum, Bottrop, Castrop-Rauxel, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Recklinghausen. Das Programm wird von erfahrenen Kulturmacher:innen und Szenekenner:innen kuratiert und gliedert sich in unterschiedliche Sparten. Im Bereich Musik ist das Angebot besonders umfangreich und erstreckt sich von elektronischer Musik und Hip-Hop über Poplounge und Weltmusik bis hin zum DJ-Programm. An der Alsenbude in Bochum beispielsweise stehen Soul, Funk, Jazz, Disco, Global Sounds und House im Mittelpunkt. DJ Finibaggies zeigt dort eine weibliche Perspektive und tanzbare Sounds. Der Kult Kiosk bringt derweil mit Hip-Hop die Club- und Subkultur nach Altenbochum. Einen jungen Akzent will auch Oli‘s Büdchen, der Kiosk am Ebertbad in Oberhausen, setzen: DJ Alpakabuddy bringt dort energiegeladene Sets, aktuelle EDM-, Club- und Festival-Tracks, Sing-along-Klassiker und moderne Mashups an die Trinkhalle. Zudem gibt es Weltmusik und „Jazz with a Turkish Touch“ am Büdchen am Stadtgarten in Bochum, griechische Klänge mit Fevronia am Bredeneyer Treff in Essen sowie Cosmic Jazz und westafrikanische Rhythmen an der Trinkhalle Esra Akca in Oberhausen.

Foto: Ravi Sejk
Bühne frei für Kleinkunst und mehr
Unter dem Titel „Bühne frei“ erwartet Besucherinnen und Besucher an zahlreichen Büdchen Kleinkunst aller Art. An der Historischen Trinkhalle, dem Kiosk Mummel in Gelsenkirchen, wird ein Programm aus Live-Musik, Comedy, Kabarett und Mentalmagie geboten. In Duisburg wird Husemanns Büdchen zur Bühne für Nachwuchstalente: Die Künstleragentur Pottpoesie präsentiert dort einen Newcomer-Wettbewerb für Musik und Text beziehungsweise Poetry. Talente treten mit Texten und Songs gegeneinander an, das Publikum entscheidet live per Applaus. Weitere Highlights des Tages sind Retro-Gaming an Heikes Kiosk in Herne und die Poetry Disco am Vintage Kiosk in Recklinghausen. Darüber hinaus zeigt der Tag der Trinkhallen einmal mehr, wie fest die Fußballkultur im Ruhrgebiet verankert ist: An der TabakBörse, Mikes Kult Corner in Gelsenkirchen, wird Schalke-Fieber mit einer Live-Folge des Podcasts „Blauer Salon“ erlebbar. Zudem überrascht Stefan Barta mit Quizformaten und musikalischen Akzenten. Und auch in Essen geht es um das runde Leder: Am Kiosk 18 treffen Fußball-Talk, Quiz, Musikkabarett und Fußball-Cartoons aufeinander.

Mitmach-Buden mit individuellen Angeboten
Neben den 33 kuratierten Programmbuden lebt der Tag der Trinkhallen auch von den vielen Mitmach-Buden, die sich im gesamten Ruhrgebiet beteiligen. Sie gestalten den Tag mit eigenen Beitragen und zeigen, wie vielfaltig Budenkultur sein kann. Das Angebot reicht vom Grillstand über das Kickerturnier bis zur Straßenmalaktion. Während ein Kiosk eine kleine Tombola anbietet, gibt es an einem anderen Büdchen Gesangseinlagen oder frische Waffeln. Entscheidend ist nicht die Größe der Aktion, sondern die Begegnung mit anderen vor Ort. So wird die Trinkhalle zum Nachbarschaftstreff.

Nachhaltig von Bude zu Bude
Auch 2026 spielt nachhaltige Mobilität beim Tag der Trinkhallen eine zentrale Rolle. Der Fokus liegt auf individueller Fortbewegung mit dem Rad oder zu Fuß. Von der RTG ausgearbeitete Rad- und Wanderrouten verbinden Programmbuden, Mitmachbuden, Stadtteile, Grünbereiche, Industriekultur und Kunst im öffentlichen Raum miteinander. Zu den Routen zählen unter anderem:
- Wanderroute Bochum: Murals & Büdchen (7,7 Kilometer)
- Wanderroute Dortmund: Dortmunder Büdchenwanderung (ca. 7,8 Kilometer)
- Radroute Duisburg: Büdchenrundfahrt (36,7 Kilometer)
- Radroute Essen/Bottrop: Essener Nordschleife (33,3 Kilometer)
- Radroute Essen Süd: Essener Südschleife (24,3 Kilometer)
- Radroute Herne – Gelsenkirchen – Recklinghausen (38,3 Kilometer)
- Radroute Oberhausen/Mülheim: Oberhausener Runde (15,9 Kilometer)
- Radroute Essen – Wattenscheid (31,9 Kilometer)
- Radroute Herne – Castrop-Rauxel (23,4 Kilometer)
Veranstalter und Förderung
Der Tag der Trinkhallen ist ein Kulturformat der Ruhr Tourismus GmbH. Gefördert wird das Projekt durch den Regionalverband Ruhr sowie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Brost-Stiftung.