EMILIO VEDOVA – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen
Di. 11/08/26
12:00 Uhr
- 18:00 Uhr
Hagen
Emil Schumacher Museum Hagen
Museumsplatz 1-2
58095 Hagen
Fon +49 2331 3060 066
EMILIO VEDOVA – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen
Die Ausstellung „Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ widmet sich dem Schaffen des venezianischen Informellen Emilio Vedova (1919–2006) und nimmt insbesondere dessen Arbeiten der 1960er-Jahre in den Blick, die während seines Aufenthalts im Nachkriegsdeutschland entstande sind. Als Vedova 1963 mit einem Stipendium nach Berlin kam, hatte er sich in der westdeutschen Kunstszene bereits einen Namen gemacht—nicht zuletzt durch seine Beteiligungen an den ersten beiden documenta-Ausstellungen in Kassel. Die junge Bundesrepublik stand zu dieser Zeit in einem hochbrisanten Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Einerseits war sie noch stark gezeichnet von den Nachwirkungen des Nationalsozialismus und den tiefgreifenden Folgen des Zweiten Weltkrieges, andererseits geprägt durch den gefährlichen Ost-West-Konflikt des Kalten Krieges. Zugleich wuchs das Bedürfnis der Menschen nach Veränderung und Neubestimmung. Diese angespannte Atmosphäre wurde für den Künstler zum entscheidenden Impulsgeber. In der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, aber auch mit den politischen Gegensätzen sowie sozialen und generationenübergreifenden Konflikten seiner Zeit entwickelte Vedova eine Bildsprache von außergewöhnlicher Energie und Dringlichkeit. Die Ausstellung zeigt rund 30 Werke aus den Jahren 1963 bis 1965, darunter Collagen, Papierarbeiten und insbesondere die sogenannten „Plurimi“—bewegliche Bildtafeln, mit denen Vedova die Grenzen der Malerei aufbrach und diese in den Raum hinein erweiterte. „Mein Werk ist alles andere als eine Spielerei, Bewegung um ihrer selbst willen, ganz im Gegenteil“ – Emilio Vedova, 1964. Emil Schumacher (1912–1999) und Emilio Vedova schätzten einander sehr. Die Verbindung zwischen den beiden Malern ist für die Ausstellung im Emil Schumacher Museum von großer Bedeutung: Vedova wie auch Schumacher verkörpern zentrale Positionen des Informel und entwickelten von der gestischen Abstraktion kommend jeweils eigenständige künstlerische Handschriften. Im Land des jeweils anderen erlebten sie große Erfolge. Doch einte sie weit mehr als die formale Nähe und ihre gestisch-expressive Arbeitsweise. Ihr Verhältnis beruhte vielmehr auf ihrer persönlichen Verbundenheit und hohen gegenseitigen Anerkennung. Emilio Vedova wird nicht nur als einer der wichtigsten Vertreter der europäischen Nachkriegskunst gewürdigt, sondern auch als ein Künstler, dessen Werk tief in die politischen und gesellschaftlichen Debatten seiner Zeit eingebunden ist. Die Ausstellung des informellen Italieners belegt die heutigen Interpretationen des Informel als politischen Ausdruck ihrer Zeit besonders anschaulich. In Verbindung mit der Schau werden Arbeiten des Malers Bert Jäger (1919–1998) gezeigt, der Emilio Vedova 1962 kennenlernte. Die unter dem Titel „Sucht man nach verwandten Geistern“ präsentierten Bilder stammen aus der Sammlung von Irina und Helmut Laaff.
Veranstalterdaten:Emil Schumacher Museum
Museumsplatz 1, 58095 Hagen; www.esmh.de; Instagram: @emilschumachermuseum
Eintrittspreise:
+49 30 48 49 63 50
Vom 05.07.2026 bis zum 01.11.2026
von 12:00 Uhr - 18:00 Uhr
von 12:00 Uhr - 18:00 Uhr
von 12:00 Uhr - 18:00 Uhr
von 12:00 Uhr - 18:00 Uhr
von 12:00 Uhr - 18:00 Uhr
von 12:00 Uhr - 18:00 Uhr

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