Bedeutende Relikte in ehemaliger Oberhausener Synagoge entdeckt

Oberhausen (idr). Im Oberhausener Stadtteil Holten haben Fachleute in einer als Wohnhaus genutzten ehemaligen Synagoge bedeutende Zeugnisse für jüdische Traditionen in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Die Funde - darunter eine Mikwe (jüdisches Ritualbad), Schriftzüge an den Wänden und eine Toraschrein-Nische - haben laut Gutachten des LVR-Denkmalpflegeamtes bundesweit Seltenheitswert.

 

Die Stadt plant nun, das aus dem Jahr 1858 stammende Gebäude behutsam zu restaurieren. Dabei sollen sowohl die Relikte der Nutzung als Synagoge gesichert werden, als auch die Nutzung als Wohngebäude in Schemen erkennbar bleiben. Ein entsprechendes Konzept für die Nachnutzung hat das Stuttgarter Atelier Brückner entwickelt, ein renommiertes Büro für Ausstellungen, Architektur und Szenografie. Demnach soll das Haus als Erinnerungs- und Gedenkort für jüdische Geschichte, als Ort der Beschäftigung mit Flucht, Vertreibung und Migration sowie als ein Raum sozialer Integration entwickelt werden.

 

Die ehemalige Synagoge in Oberhausen-Holten wurde 1858 von der jüdischen Gemeinde als eingeschossiges Gebäude mit Satteldach und neugotischen Zierformen erbaut. Bis mindestens 1927 wurde das Gebäude als Synagoge genutzt und 1936, also vor der Reichspogromnacht 1938, zu einem Wohnhaus umgebaut. Daher blieb es von den Zerstörungen verschont. Es ist das letzte noch existierende Zeugnis jüdischen Lebens in Oberhausen aus der Zeit vor der Herrschaft der Nationalsozialisten.

 

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